Gegenstandsandacht
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Was ist eine Andacht?
- Eine Andacht ist etwa Kurzes, Anschauliches, Einprägsames, woran man sich leicht erinnern kann.
- Es ist wie der Name schon sagt etwas An-Gedachtes und keine Ausarbeitung.
Was ist das Ziel einer Andacht?
Eine Andacht sollte nichts rein theoretisches sein, sondern immer etwas mit dem Leben der Zuhörer zu tun haben. Die Andacht soll ein Impuls für ihr Leben sein, sie zum Nachdenken anregen oder sie in ihrem Alltag (als Christ) herausfordern. Auf jeden Fall soll die Andacht in der Hetze des Alltags zur Ruhe führen und Mut machen, Gott in unserem Leben viel zuzutrauen.
Was muss ich bei einer Andacht beachten?
Eine Andacht ist einseitig
Das Wichtigste bei einer Andacht ist das Wörtchen „ein“: ein Bibelvers, ein Beispiel, ein Gegenstand, eine Karikatur, ein Lied,... Eine Andacht lebt aus der Beschränkung. Wenn du versuchst alle deine schönen Ideen, die du in der Vorbereitung hast, in die Andacht einzubauen, dann bleibt am Ende bei den Zuhörern nichts hängen. Such dir einen Gedanken, den du vermitteln willst!
Eine Andacht ist kurz
Eine Andacht sollte nicht länger als 5-7 Minuten gehen. Schließlich behandelt sie ein Thema nicht erschöpfend, sondern regt zum Weiterdenken an.
Eine Andacht ist anschaulich
Eine Andacht ist keine theoretische Abhandlung. Suche dir ein kreatives Element (Beispiel, Geschichte, Anekdote, Märchen, Rätsel, Lied, Spruch, Gedicht, Wort, Geruch, Dia, Kurzfilm, Gegenstand, Bild, etwas zum mitgeben, Situation vor Augen malen => Kino im Kopf,...), mit dem du deinen Gedanken vermitteln willst. Du wirst sehen, das bleibt bei den Zuhörern hängen.
Eine Andacht ist persönlich
Eine Andacht lebt davon, dass du eine Geschichte oder Situation erzählst, die du persönlich erlebt hast. In einer Andacht geht es immer auch um dich. Du beziehst deinen Standpunkt mit ein. Doch aufgepasst: Eine Andacht soll zwar persönlich sein, aber wir predigen nicht uns selbst, sondern Jesus.
Eine Andacht ist nicht einfach
Andachtschreiben ist Arbeit. Eine Andacht fällt dir nicht einfach in den Schoß. Du musst dir genügend Zeit und Ruhe nehmen. Fang ein paar Tage vorher mit deinen Vorbereitungen an und versuche nicht deine Andacht in den letzte fünf Minuten aus dem Ärmel zu schütteln.
Wie bereite ich eine Andacht vor?
Bete
Bitte Gott, dass er dich bei deinen Vorbereitungen leitet und dir gute und kreative Ideen schenkt. Das Gebet ersetzt zwar keine gute Vorbereitung, ist aber durch nichts zu ersetzten.
Wähle ein Thema
- Fang nicht zu spät damit an (am besten schon einige Tage vorher).
- Lass dir das Thema in den kommende Tagen immer wieder durch den Kopfgehen und notiere deine Gedanken
- Was sind die Rahmenbedingungen (Wann? – Zeitpunkt, Wo? – Raum, Zielgruppe,...)
- Drei Möglichkeiten ein Thema zu finden:
- Du lässt es dir vorgeben (Losung, Wochenspruch, Andachtsbuch,...)
- Du überlegst dir, was dich selber in der letzten Zeit beschäftigt oder angesprochen hat (wenn du selber fasziniert bist von etwas bist, dann wird die Begeisterung auch auf andere überspringen)
- Du überlegst dir, welches Thema in deinem Jugendkreis oder SBK gerade dran ist.
Finde den Kerngedanken
Das ist die schwierigste Aufgabe bei der Vorbereitung. Wähle aus deinen vielen schönen Gedanken und Ideen einen Kerngedanken aus, den du weitergeben möchtest. Habe den Mut auch andere gute Gedanken wegzulassen, wenn sie nicht zum Kerngedanken führen. Formuliere den Kerngedanken in einem kurzen Satz (maximal 20 Worte).
Roten Faden entwerfen
- Suche einen passenden Einstieg, mit dem du deine Zuhörer gleich faszinierst (die ersten 20 Sekunden entscheiden darüber, ob die anderen abschalten oder zuhören).
- Entfalte den Kerngedanken. Erkläre, erzähl, werde persönlich, konkretisiere, wende aufs Leben an!
- Der Schluss verdient besondere Aufmerksamkeit, weil der letzte Satz meistens bei den Zuhörern hängen bleibt. Sei herausfordernd und sprich die Zuhörer direkt an (Frage, Zitat, Reim, Bibelwort, Aufforderung, Zuspruch)
Mach mal Pause
Lass die Andacht ruhen und überdenke sie nach ein paar Stunden oder am nächsten Tag noch mal. Frage dich: Wie klingt meine Andacht? Wird der Kerngedanke deutlich? Kann man den einzelnen Gedanken folgen oder mache ich Gedankensprünge? Versuche deine Andacht (mit Hilfe eines Stichwortzettels) frei vorzutragen und nicht abzulesen!
Sei getrost und unverzagt
Jetzt hast du alles getan, was du tun kannst. Du bist nicht dafür verantwortlich, dass deine Andacht ankommt und Gott dadurch spricht, die anderen ermutigt, hinterfragt oder stärkt. Das liegt allein in Gottes Verantwortung. Vertrau ihm, dass er dich gebrauchen will, so wie du bist: aufgeregt, zweifelnd, ängstlich.
Gegenstandsandachten
Suche dir einen Gegenstand aus
Eigentlich eignet sich fast jeder Gegenstand für eine Andacht (CD, Klobürste, Klopapier, Brief, Ball, Autoschlüssel, Plastikblume, Bilderrahmen, Puppe, Übertragungskabel, Steckdose, Taschenlampe, Trillerpfeife, Geldschein, Karabiner, Handschuh, Schraubenzieher, Stempel, Nagel, Hammer, Spritzpistole, Brotscheibe, Schnur, Zeitung, Handy, Uhr, Ring, , Kalender, Radiergummi, Müllbeutel, Mütze, Kamm, Sicherheitsnadel, Socke, Gürtel, Kugelschreiber, Buch Ausweis, Schuhbändel, usw...)
Analysiere den Gegenstand
Schau dir den Gegenstand genau an:
- Erinnert er dich an irgendwas?
- Was assoziierst du mit dem Gegenstand?
- Überlege dir zu was der Gegenstand nützlich ist? Welchen Zweck erfüllt der Gegenstand?
- Welche Eigenschaften hat der Gegenstand?
- Gibt es etwas besonderes an diesem Gegenstand?
- Was unterscheidet ihn von anderen Gegenständen?
Übertrage
Überlege dir wie du mit Hilfe dieses Gegenstandes (Eigenschaften, Funktion, Aussehen, Zweck) eine theologische/ biblische Aussage auf das Leben übertragen kannst. Vielleicht fällt dir dazu auch ein passender Bibelvers ein, den du mitgeben kannst.
Ablauf der Andacht
- „Hä? Hmmm“ – Einstieg: Der Gegenstand ist der Aufhänger, der Aufmerksamkeit erregt.
- Eine Aussage (biblische/ theologische Message), die du mit Hilfe des Gegenstand erklärst.
- Formuliere eine Herausforderung für das tägliche Leben (Anwendung in die Praxis).
Beispiel
Gegenstand: Taschenlampe mit leeren Batterien.
- Warum funktioniert die Lampe nicht? Kein Strom ist da. Lampe kann nicht brennen. Akku/ Batterien sind leer.... Der Saft fehlt,...
- So geht es öfter im Leben: Menschen sind ausgepowert, leer, frustriert, ängstlich. Im NT gibt Jesus solchen Menschen neuen Mut und „Saft“. Bibelvers: Kommt her zu mir, alle die ihr mühselig und beladen seid! (Matthäus 11,28)
- Was machst du, wenn du saftlos und gefrustet bist? Rückzug? Gebet? Woher bekommst du neuen „Saft“?
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