Wie bereite ich eine Bibelarbeit vor?
Aus LZA - Materialhilfen
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Warum brauchen wir Bibelarbeiten?
Jugendarbeit soll eigentlich dazu dienen, Teenager und Jugendliche auf ihrem Weg mit Gott Hilfe und Unterstützung zu sein. Dazu braucht es ein bewusstes „auf Gott hören“. Wenn wir mit Gott leben wollen, dann brauchen wir sein Reden, damit wir wissen, wie wir leben sollen. Durch sein Wort – die Bibel- redet er mit uns, und es ist wichtig, dass wir uns in seinem Wort auskennen. In Matthäus 4,4 steht: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht.“
Die Bibel zeigt uns, wie Jesus ist – dadurch lernen wir ihn kennen. Und was gibt es besseres, als den zu kennen, den man liebt und mit dem man eigentlich lebt?
Ein weiterer Grund, warum Bibelarbeiten wichtig und elementar sind – viele Jugendlichen leben schon ganz bewusst mit Jesus, haben schon einmal eine Entscheidung getroffen, aber ihr Glaube ist schwach – sie jammern, dass sie nichts mit Jesus erleben etc. Die Bibel sagt in Römer 10, 14, dass aus dem Wort der Glaube erwächst. Gottes Wort – die Bibel- ist so was wie Nahrung für unser Glaubensleben, ohne dass jeder Glaube wieder stirbt.
In 2. Timotheus 4, 2 haben wir sogar den Auftrag, zu predigen, was das arbeiten mit der Bibel mit einschließt.
Jemand hat mal gesagt: „Wer die Bibel (in der Jugendarbeit) beiseite legt, der verliert auch Christus.“ Wenn wir aber Christus verlieren, dann macht alles andere unserer Jugendarbeit keinen Sinn mehr, weil wir Ziel und Inhalt verloren haben.
Vorbereitung einer Bibelarbeit
Textauswahl
Wichtig: Gebet! Sich vom Geist Gottes leiten lassen!
Auf die Situation der Gruppe schauen: an welchem Punkt steht sie, was ist wichtig für die Gruppe? Was wünscht sie sich evtl. an Texten?
Überlege: kann man evtl. eine Reihe von Bibelarbeiten unter einem bestimmten thematischen Gesichtspunkt machen, z.B. „Das Leben Jesu“ oder „Der Heilige Geist“?
Lesen und Vergleich mit anderen Übersetzungen
Den Text mehrmals lesen, darüber nachdenken, beten, ihn in anderen Übersetzungen lesen und vergleichen: Wo gibt es Unterschiede? Was sind Gemeinsamkeiten?
In dieser Phase ist auch wichtig: Was sagt der Text mir persönlich? Nur, wenn wir selber etwas durchdacht und z.T. auch durchlebt haben, können wir es glaubhaft weitergeben.
Weitere Arbeitsschritte
Wichtig ist, einen Text nicht einfach aus dem Zusammenhang zu reißen. Deshalb ist wichtig, zu schauen, was steht direkt vor und nach unserem eigentlichen Text, d.h. der sogenannte Kontext muss erarbeitet werden.
Manchmal ist auch wichtig, einen gewissen historischen Zusammenhang zu recherchieren. Nicht alles, was in der Bibel steht, kann man ohne weiteres 1:1 übertragen. Bsp.: 1. Kor. 11, 6.
Begriffsklärung: oft tauchen in einem Text Begriffe auf, die nicht so ohne weiteres zu verstehen sind, oder die eine sehr zentrale Bedeutung haben. Hierbei ist hilfreich, in einem Bibellexikon oder einem Bibelkommentar nachzulesen, um Unklarheiten zu vermeiden.
Parallelstellen finden, die ähnliches aussagen.
Nachdem nun das Umfeld geklärt ist, kann man sich intensiv dem eigentlichen Text zuwenden. Optimal ist eine sogenannte Vers- für- Vers Erklärung: die wesentliche Aussage eines jeden Verses wird in eigenen Worten zusammengefasst.
Manchmal ist es dabei auch hilfreich, eine Textgliederung vorzunehmen, wenn möglich.
Als letzten und wichtigsten Schritt wird der sogenannte Skopus formuliert, die Hauptaussage des Textes. Worauf zielt der Text ab? Was ist der zentrale Gedanke dahinter? Je kürzer und prägnanter der Skopus, desto besser.
Wichtig bei allen Punkten: am Text bleiben, nicht zu sehr auslegen und eigene persönliche Deutung mit reinbringen. Offen sein für das Reden Gottes.
Hörermeditation
Nun gilt es zu überlegen, wie der Text und meine persönlichen Gedanke dazu zu den Hörern passen. Man darf nicht den Hörer aus dem Blickfeld verlieren – immer vor Augen haben:
- Vor wem spreche ich?
- Was ist ihre Situation?
- Gibt es Aussagen im Text, welche die momentane Situation des Jugendkreises treffen?
- Was muss ich erklären (schwer verständliche Begriffe, Situationen etc.)?
- Was will ich meinen Hörern sagen?
- Was brauchen meine Hörer? Ermutigung, Aufforderung...?
Durchführung der Bibelarbeit
Einstieg
Als Einstieg ist es gut, sich etwas zu überlegen, was die Aufmerksamkeit der Zuhörer fesselt. Möglichkeiten:
- Anspiel
- Lied
- Witz
- Filmausschnitt
- Gegenstand
- Persönlicher Bericht
- Bild
- Gespräch...
Darbietung
Text lesen, oder lesen lassen (z.B. mit verteilten Rollen, wenn es sich anbietet) Ziel ist vor allem zu Beginn, dass auch die Hörer sich wie der Leiter mit dem Text vertraut machen. Evtl. kann man auch einmal einen Text spielen, ihn aus der Perspektive einer bestimmten Person erzählen.
Man kann den Text auch ähnlich wie bei der Vorarbeit Vers für Vers durchgehen und sich gemeinsam (oder in kleineren Gruppen) darüber Gedanken machen.
Wenn man eher einen thematischen Schwerpunkt hat, dann sich anhand des Themas mit dem Text beschäftigen, z.B. Mt. 6 => Vaterunser- Thema Gebet (Beten- Zu wem? Warum? Was? Wie? Wer?)
Zur Vertiefung eignen sich Gruppenarbeiten mit Arbeitsblättern oder Diskussionsrunden, man kann etwas szenisch darstellen lassen, Zeitungsartikel oder Brief schreiben lassen, Illustrationen oder Schaubilder erstellen lassen, Umfragen machen etc.
Schluss
Die erarbeiteten Fakten sollen konkret im Leben der Hörer werden. Wenn es z.B. um Gebet geht:
- Ermutigung geben, mehr zu beten, öfter zu beten.
- Praktische Tipps: Gebetstagebuch anlegen
- Hilfe anbieten: sich mit ihnen zusammen zum Beten treffen
- Etc....
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