Kommunitätsfeier, 22.11. 2020

Fürchtet euch nicht – so sendet uns Jesus!

- Außergewöhnliche Kommunitätsfeier in außergewöhnlicher Zeit - Im Herzen mitsingen -

‚Dieses Jahr ist alles ganz anders!‘, hätte man über die Kommunitätsfeier in Adelshofen am Sonntag schreiben können. Zuerst ein Gemeindegottesdienst in der großen Halle des Zentrums und anschließend ohne Gäste die eigentliche, aber stark verkürzte Kommunitätsfeier, nur bis 13.00. Br. Matthias Böker, Leiter des Lebenszentrums, begrüßt die Gottesdienstbesucher, besonders auch die, die über Livestream aus der Umgebung, aber auch bis ins Ausland, zugeschaltet sind. „Leider können Sie nicht mitsingen,“ ist die traurige Information. Aber ein sehr gutes Musikteam trägt die Lieder vor, zum Mitsingen im Herzen. „Fürchte dich nicht“, lautet das Thema, über den Schritt des Apostels Petrus aus dem Boot auf den See, wo ihn Jesus erwartete.

Tamara Lang, Studierende am Theologischen Seminar im Lebenszentrum, trägt einen selbst verfassten Text, eine sogenannte ‚Poetry‘, zum Thema vor: „Wer ist Jesus?“ Hier einige Auszüge: „Wer bist du, ich fühl mich so klein, bei dir darf ich sein. Du bist da, voll Zuversicht, gibst Hoffnung, Leben und Licht. Du bist wirklich alles, und noch viel viel mehr!“ In einer Szene nehmen zwei junge Männer die Gäste mit auf den See Genezareth. Erschrecken vor dem Herrn, den sie imaginär auf dem Wasser gehen sehen. Angstschrei: „Ein Gespenst!" Der mutige Petrus geht hinaus, aber er geht bald unter, bis Jesus ihn aufrichtet und fest hält.

„Plötzlich fällt eine Not über uns her“, wendet Br. Matthias Böker anschließend den neutestamentlichen Bericht auf unser Leben an. „Krankheit, Zukunftsängste, Hoffnungslosigkeit. Wir kennen die Krisen im Alltag. Aber: Fürchte Dich nicht! Es ist eine der Aussagen, die Jesus selbst in dieser Begebenheit macht. Und es ist das Thema, das uns auffordert, weder zu fliehen noch zu verzweifeln, sondern uns erlaubt anzuschauen, wie wir mit Jesus durch die Krise gehen können. Es ist die Chance, ihm in einer neuen Weise zu begegnen.“ Und der Prediger entfaltet die Trostzusagen des Herrn Jesus: „Fürchte Dich nicht, ich bin bei dir, komm, ich stärke Dich! Suche die Einsamkeit mit Jesus - aus der Einsamkeit in die Gemeinschaft und dann in den Dienst. Lass Gott Gott sein, suche seine Gegenwart!,“ betont Br. Matthias. „Ich bin bei dir: So sendet Jesus auch uns heute!“

Verschiedene persönliche Berichte folgten: Kommunitätsschwester Irmtraud Heimgärtner erzählt von der guten Erfahrung, wie Gott ihr die Furcht vor einem ungewohnten Zimmerwechsel genommen hat. „Gott hat mich überrascht, der Herr sorgt in allen großen und kleinen Belangen für mich und uns alle!“ Schwester Gretel Walter, gerade 80 Jahre alt geworden, nennt verschiedene Ermutigungen durch Gottes Wort in ihrem Leben: die Führung in den Verkündigungsdienst und in ein Leitungsamt waren begleitet von konkreten Bibelworten. Ich möchte auch mit 80 in meinem Alltag in Hörbereitschaft leben!“

„Ich war von Kind auf mit dem Glauben vertraut“, fährt der ehemalige Seminardozent Wilhelm Faix fort. „Meine Mutter hat uns den Glauben vorgelebt, so war Jesus von Anfang an meine Vertrauensperson. Das ist bis heute so geblieben.“ Dass der Glaube heute so individualisiert werde und vielfach nicht mehr zueinander führe, nennt Faix als eine der großen Nöte unserer Zeit. „Der Kopfglaube nimmt zu und der Herzensglaube weicht!“

Nach dem Gottesdienst und einer coronagerechten Lüftungspause geht es zum zweiten Teil des Vormittags, ohne Gäste, aber mit vielen ‚Live-Chats‘, wie sich der Moderator freut. „Komm - Schritte zu und mit Jesus!“, ist das Motto dieser eigentlichen Kommunitätsfeier. Nach einigen Kurzclips über ihr freundliches, humorvolles und kreatives Wesen, spricht Schwester Sonja Wrage bei ihrem zehnjährigen Kommunitätsjubiläum darüber, wie sie diese Schritte vollzogen hat. Von Gott auf diesen Weg gerufen, setzte sie das ‚Komm und trau dich!‘ um und entschloss sich für den kommunitären Weg. „Nicht zerbrechen“, mit diesem selbst geschriebenen Lied, schließt sie ihren persönlichen Beitrag.

Was es im Lebenszentrum Neues gibt gehört immer zu den zentralen Interessen der Gäste bei der Kommunitätsfeier. So werden dann neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter live und per Videoclip vorgestellt, bevor der Infoteil in einen digitalen Rundgang durch die Arbeitsbereiche des Zentrums führt. Sr. Magdalene Rodewald dankt den vielen Gratulanten für alle Liebe und Zuwendungen zu ihrem 90. Geburtstag: „Ein Leben ganz für Gott macht reich!“, betont die Jubilarin. Mit einem Lied eines kleinen Kommunitäts- Chores endet diese außergewöhnliche Kommunitätsfeier in einer außergewöhnlichen Zeit.

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Text und Bilder: Br. Hubert Weiler